Bittersüsser Zucker

In meinem persönlichen Umfeld haben sich in den letzten Jahren die Krebserkrankungen gehäuft. Immer wieder höre ich von Menschen, die an dem einen oder anderen Tumor erkrankt sind. Und das scheint keine rein subjektive Erfahrung meinerseits zu sein: Schaut man sich die statistischen Prognosen an, scheinen steigende Krebs-Neuerkrankungen in den nächsten Jahrzehnten evident. Die WHO geht davon aus, dass bis 2030 jedes Jahr mehr als 21 Millionen Menschen neu an Krebs erkranken werden. 2012 waren es dem gegenüber „nur“ 14 Millionen Neuerkrankungen.

Warum thematisiere ich dies hier? Weil ich behaupten möchte, dass wir durch Ernährung Krebs und andere schwere chronische Erkrankungen vorbeugen und eventuell sogar im Krankheitsfall den Verlauf positiv beeinflussen können. Und ich bin mit dieser Behauptung nicht allein:

In der Forschung hat sich gezeigt, dass Tumorzellen vor allem eins brauchen: Zucker. Krebszellen brauchen Zucker aus zweierlei Gründen: zum einen brauchen sie ihn als Baumaterial und zum anderen zur eigenen Energie-Versorgung. Im Gegensatz zu gesunden Zellen verstoffwechselt die Tumorzelle Zucker viel schneller.

Lassen wir Krebs-Erkrankungen einmal außen vor, ist übermäßiger Zuckerkonsum ebenfalls mitverantwortlich für viele andere Beschwerden und Erkrankungen. Sicherlich denkt man bei zu viel Zucker sofort an Diabetes, besonders die Typ 2 Diabetes Form, die ausschliesslich mit unseren Lebens- und Ernährungsgewohnheiten zusammenhängt. Aber Diabetes als offensichtliche Endstufe eines Jahrelangen oder Jahrzehntelangen Überkonsums süßer Waren ist nur die Spitze des Eisberges. Viele Jahre bevor Diabetes diagnostiziert wird, kursiert das süße Gift im Körper. Je öfter und in größeren Mengen wir Zuckerhaltiges zu uns nehmen, desto mehr schüttet der Körper immer wieder vermehrt Insulin aus, um den Zucker den Zellen bereitzustellen. Aber irgendwann werden die Zellen „taub“. Sie werden unempfindlich gegen den Botenstoff Insulin. Dann spricht man von Insulinresistenz, welche vermutlich viel häufiger vorkommt, als bislang vermutet. Doch verbleibender Zucker im Blut und erhöhte Insulin-Konzentrationen sind ein wirklich toxischer Mix für den menschlichen Organismus. Zucker schädigt sensible Organe wie zum Beispiel Nieren und Augen. Zucker schädigt die guten Keime unserer Darmflora, weshalb uns eine zuckerreiche Kost unter anderem Blähungen, Verdauungsbeschwerden und sogar Infektanfälligkeit beschert. Ein permanenter oder immer wiederkehrender hoher Insulin-Pegel im Blut bewirkt eine vermehrte Fettspeicherung bzw. bewirkt, dass Fettdepots nicht zur Energiegewinnung genutzt werden. Deshalb scheitert so manche Diät. Man verliert zwar anfangs vielleicht mit Glück einiges an Gewicht, aber hierbei handelt es sich eher um Wasser und wertvolle Muskelmasse denn um Fett. Manch Schlanker hat dann einen sehr hohen Körperfettanteil. Man kann so jemanden als schlanken Dicken bezeichnen, der viele Risikofaktoren in sich trägt, obwohl er vermeintlich schlank laut Waage und BMI ist. Doch wenig Muskelmasse und ein hoher Fettanteil sind nicht nur unästhetisch, sondern auch eine tickende Zeitbombe. Fettgewebe ist „aktives Gewebe“ und produziert Hormone, die den Stoffwechsel und den gesamten Körper negativ beeinflussen können.

Bei Frauen kann eine hohe Insulinkonzentration im Blut die Synthese männlicher Geschlechtshormone in den Eierstöcken provozieren, was zu unreiner Haut, unerwünschter Gesichtsbehaarung und sogar Unfruchtbarkeit aufgrund von vielen Zysten an den Eierstöcken nach sich ziehen kann.

Zucker ist darüber hinaus äußerst säurebildend. Er macht durch seine säurebildenden Eigenschaften nicht nur den schützten Zahnschmelz kaputt und lockt dadurch  Kariesbakterien an, sondern entzieht indirekt durch seine säurebildende Eigenschaften dem gesamten Körper wichtige Mineralstoffe. Denn es fallen bei der Verstoffwechselung übermäßig Säuren an, die der Körper mühsam mit Hilfe von Mineralien neutralisieren muss. Wenn diese nicht ausreichend durch die tägliche Nahrung hinzugefügt werden, nimmt der Körper sich diese Mineralien aus seinen Depots: unter anderem aus Knochen, Knorpeln und Haaren. Aber die anfallenden Säuren sind auch noch aus anderer Sicht bedenklich: einige Forscher gehen davon aus, dass Tumorzellen nur im sauren Milieu wachsen und gedeihen können. Und so schliesst sich hier der Kreis negativer Einflüsse und Wechselwirkungen. Alle negativen Auswirkungen eines ständigen Zuckerkonsums oder eines erhöhten Insulinspiegels im Blut aufzuzählen, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, aber ich denke eines wird klar: Innerhalb der oben genannten Krebs-Forschungsergebnisse und den weiteren klinischen Beobachtungen wird eines recht deutlich: Zucker ist der (heimliche) Übeltäter. Aber darin liegt auch Hoffnung. Es zeigt uns eine Richtung auf, wie wir durch Veränderung unserer Ernährungsgewohnheiten unsere Gesundheit zukünftig positiv beeinflussen können.

Wie sieht nun die künftige gesunde Ernährung konkret aus? Zuckerarm! Und das meine ich recht radikal. Denn in vielen industriell gefertigten Lebensmitteln sind versteckte Zucker enthalten. Auch einfach verfügbare Kohlenhydrate gelten in diesem Zusammenhang als zuckerreich. Kartoffelchips, helles Brot, Nudeln aus hellem Teig, Pizza, Keks und Kuchen sind also auch gemeint. Am besten isst man kaum noch etwas, das aus Tüten, Dosen und Verpackungen kommt. Eine von mir sehr geschätzte amerikanische Trainerin namens Jillian Michaels sagt es so: „iss nichts mehr, was keine Mutter hat oder nicht aus Muttererde kommt.“ Um das noch mal zu verdeutlichen: frisches Obst kommt aus Muttererde, aber Gummibärchen, die Fruchtgeschmack haben, nicht.

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