Time to Reset – Time for change

Kann man innerhalb von einer Woche das eigene Leben erstens anhalten und zweitens noch mal neu starten? Das habe ich mich in letzter Zeit öfters gefragt. Denn ich fühlte mich teils müde, teils wie auf Autopilot gestellt. Statt achtsamen Ritualen schlichen sich mehr und mehr routinierte Alltagsgewohnheiten ein. Das Funktionieren  anstatt der achtsamen Präsenz im Hier & Jetzt stand immer mehr im Vordergrund. Es war Zeit, etwas zu verändern.

Mein Reset Plan

Ich entschloss mich, eine Woche lang alte (Ess)-Gewohnheiten pausieren zu lassen und aus üblichen Mustern auszusteigen. Ich wollte das Leben wieder bewusster erleben und verlangsamen (denn stoppen lässt es sich sicherlich nicht), um kurz innezuhalten. Ich wünschte mir, dass Essen wieder neu zu entdecken – mit allen Sinnen, klar und rein.

Mit neuer Klarheit und Kraft könnte ich dann im Anschluss Veränderungen einleiten und neue Wege beschreiten. Bewusste Einscheidungen aus einer tieferen Klarheit heraus getroffen sind meines Erachtens immer richtig und gut. Vor allem wollte ich entscheiden, wie ich in Zukunft essen und wie ich mich bewegen möchte.

Ich entschied mich für eine Woche Basenfasten in Kombination mit Yoga. Die täglichen Yoga-Einheiten rahmten den Tag ein. Morgens vor dem Frühstück gab es die erste Yoga-Stunde und am späten Nachmittag noch einmal eineinhalb Stunden (vor dem Abendessen). Als Ergänzung wählte ich anstatt des üblichen Joggens Spaziergänge und Nordic Walking an der frischen Luft, um auch hier etwas langsamer und achtsamer zu werden.

Unsere Ess-Gewohnheiten

Viele Essgewohnheiten bleiben beim Basenfasten aussen vor. Denn die meisten Dinge, die wir den Tag über gewöhnlich essen, sind nicht basisch. Viele von uns essen zum Frühstück Brot/ Brötchen mit Kaffee oder Müsli mit Milch. Mittags gibt es Pasta oder Reis, eventuell mit Fleisch oder Fisch. Wer unterwegs ist, isst vielleicht belegte Brötchen, Wraps oder Brezeln. Nachmittags ein kleiner Espresso und irgendeine Kleinigkeit für den „süssen Zahn“. Zum Abendessen servieren wir uns erneut Pizza, Pasta, Reis & Co, Brot, Fleisch oder Fisch. Kleine Obst- und Gemüserationen kommen ergänzend hinzu. Käse- und Sahnesaucen runden den Gustos ab. Belegte Brote mit Wurst, Schinken oder Käse sind ebenfalls eine beliebte Abendmahlzeit bei vielen. Für einige darf ein Gläschen Wein oder ein Bier am Abend nicht fehlen. Und bei Stress essen wir vielleicht vermehrt Süssigkeiten.

Das Ergebnis eines solchen „Tages-Menüs“ ist, dass wir überwiegend sogenannte säurebildende Lebensmittel zu uns genommen haben. Die im Stoffwechsel dann anfallenden Säuren können auf Dauer und im Übermaß zu verschiedenen Problemen führen. Vor allem der Überkonsum von Zucker, Weissmehl-Produkten, Koffein und Alkohol ist bekanntermaßen ungesund – mag man nun vom Säure-Basen-Gleichgewicht überzeugt sein oder nicht.

Folgen zu vieler Säuren

Die harmloseren Folgen können Haarausfall, unreine Haut, Cellulite, Verdauungsprobleme, muskuläre Verspannungen und Muskelverhärtungen, Heisshunger, Unlust, Müdigkeit, Migräne, Sodbrennen und Karies sein. Etwas ernsthafter wird es dann eventuell mit Allergien, erhöhtem Blutdruck, Krampfadern, Bandscheibenleiden, Hämorrhoiden, Arthrose, rheumatischen Beschwerden und Gicht. Schlimmer kann es dann noch mit Drüsenerkrankungen, Bauchspeicheldrüsenstörungen, Magen- und Darmerkrankungen, Leberschäden, Nieren- oder Gallensteinen kommen. Die Spitze des Säure-Horror-Szenarios stellen vermutlich Krankheiten wie Parkinson, Demenz und Alzheimer dar. Auch Krebserkrankungen sind hier einzureihen. Denn Tumoren gedeihen sehr gern im sauren (Zell/Gewebe)Milieu. (Symptome aus dem Buch „Gesundheit durch Entschlackung“ von Dr. Peter Jentschura)

Ich möchte nicht behaupten, dass ein aus dem Lot geratener Säure-Basenhaushalt das alles allein verursacht. Aber es ist sicherlich ein beteiligter, wesentlicher Faktor. Die häufigste Kritik an diesem naturheilkundlichen Ansatz des Säure-Basen-Haushalts ist, dass der Körper den Blut-pH immer konstant hält und es somit keine Übersäuerung geben kann. Fragen wir uns doch aber vielmehr, wie der Körper das bewerkstelligt? Wie schafft er es, den pH-Wert des Blutes penibel genau zu halten? Er schafft es durch Ausgleich. Er neutralisiert mit Hilfe von sogenannten Säurepuffern. Diese bestehen im Wesentlichen aus Mineralien und Spurenelementen.

Wenn durch unsere heutige Kost immer mehr Säuren anfallen, muss der Körper im grossen Stil ausgleichen und neutralisieren. Wenn er das aufgrund sehr vieler Säuren nicht mehr schafft, muss er trotzdem handeln, denn eine Veränderung des Blut-pH-Werts ist nicht tolerierbar für das ganze System. Er neutralisiert solange er genügend Mineralien zur Verfügung hat. Zur Not geht er an die Mineral-Speicher wie Haare, Knochen und Zähne. Die Mineralien fehlen dann diesen Geweben und auch anderorts. Das kann wiederum neue Probleme und Krankheiten provozieren. Der Körper muss die Säuren loswerden und schiebt sie zur Not in die Gewebe. Dies alles führt auf Dauer zu oben genannten Symptomen.

Wenn wir überlegen, wie die Menschen sich früher ernährt haben, dann war das bei weitem nicht so säurebetont. Vor allem das Überangebot an Teigwaren und zuckerhaltigen Lebensmitteln ist enorm angestiegen. Genussmittel wie Kaffee und Alkohol sind eher zu Konsummitteln geworden.

In zwei Punkten sind sich doch verschiedene Ernährungsrichtungen ( u.a. Paleo, Primal, vegan, vegetarisch, gesunde Mischkost…) heutzutage einig: Weniger Zucker und Getreide (vor allem Auszugmehle) essen und dafür mehr Obst und Gemüse. Beim Essen von tierischen Produkten scheiden sich die Geister dann meist wieder.

Im Grunde genommen sollte eine ausgewogene, gesunde Kost im Wesentlichen aus Gemüse, Obst und Nüssen bestehen. Das ist die Basis. Ergänzend kommen dann gesunde Protein-Quellen wie Fisch, Eier und Fleisch hinzu. Wer zu den Vegetariern gehört, kann auf Quinoa (gute pflanzliche Eiweissquelle) und Buchweizen ausweichen. Andere Getreide enthalten neben Gluten auch eine höhere Säurelast. Hülsenfrüchte wie Bohnen und Linsen sind als Eiweissquelle auch gut geeignet.

Der Teller sollte zu Zweidritteln mit Gemüse gefüllt sein und zu einem Drittel aus obig genannten Eiweisshaltigen Lebensmitteln. Ab und zu können Süsskartoffeln, Kartoffeln, Hirse, Buchweizen und Quinoa hinzukommen. Toll sind auch Speisen aus gemahlenen Nüssen oder Mandeln. Als Alternative zu Milchprodukten bieten sich Speisen aus Kokosmilch und Mandelmilch an.

Beim Basenfasten lässt man für eine begrenzte Zeit (maximal 7 Tage) alle Eiweiss- und Kohlenhydratquellen weitestgehend weg, um den Stoffwechsel zu entlasten. Auch Nüsse werden, abgesehen von einer kleinen Menge Mandeln (5 Stück pro Tag!), weggelassen.

Anstatt dessen wird der Körper durch den Verzehr von Gemüse und Obst quasi mit Mineralien, Vitaminen und Spurenelementen geflutet. Hinzukommen basenreiche Kräutertees und reines Mineralreiches Quellwasser. Der Körper hat so Gelegenheit, die überschüssigen, im Körper gespeicherten Säuren abzubauen und auszuleiten. Basenfasten heisst ganz konkret, dass es nur Obst & Gemüse gibt. Kein Brot, kein Reis, keine Pasta, kein Fleisch, kein Fisch, keinerlei Milchprodukte, keine Eier. Unsere stark säurelastigen Gewohnheiten wie das Trinken von Kaffee oder schwarzem beziehungsweise grünem Tee sollte man unbedingt auch beim Basenfasten weglassen. Das Meiden von Alkohol versteht sich bei jeder Fastenkur von selbst.

Meine Basenfasten-Woche

Morgens zum Frühstück gab es zuerst eine klare Gemüsebrühe und anschliessend gedünstetes Obst mit gemahlenen Erdmandeln. Erdmandeln sind basisch, gut verträglich und sättigend. Dazu jede Menge Basentee. Mit diesem Frühstück gestärkt und dennoch nicht belastet, konnte ich die erste Tageshälfte gut begehen.

Das Mittagessen war die Hauptmahlzeit des Tages. Es bestand aus einem kleinen Blattsalat oder Rohkost, gefolgt von einer klaren Gemüsebrühe und danach gab es eine Gemüsevariation aus Wurzelgemüse, Kohl oder ähnlichem. Als Highlight zelebrierte ich zirka jeden zweiten Tag das Essen von ein bis zwei Kartoffeln. Gut davon genährt, ging es in die zweite Tageshälfte.

Das Abendessen bestand dann wieder aus einer klaren oder püriertem Gemüsesuppe. Im Anschluss gab es eine kleine Portion gedünstetes oder gekochtes Gemüse.

Alle Gerichte wurden mit hochwertigen pflanzlichen Ölen zubereitet. Die Salate wurden ohne Essig, sondern mit Kräuter-Öl-Marinaden verfeinert. Die Portionen waren klein und ich habe sie langsam und gründlich gekaut. Hunger hatte ich dank der grossen Trinkmengen (reines Quellwasser und viel Basentee) und des guten Kauens kaum. (Gerichte nach Sabine Wacker)

Yoga-Programm der Woche

Sanfte, ausgleichende und nicht zu sehr fordernde Übungen begleiteten meine Basenfasten-Woche. Weniger war auch hier mehr. Die Achtsamkeit und der liebevolle Umgang mit mir selbst standen im Mittelpunkt.

Denk- und Verhaltens-Muster unserer Gesellschaft nehmen wir häufig unbewusst an und dann mit in den Yoga-Unterricht. So machen leider öfters Leistungsdruck und auch Perfektionismus nicht vor der Yogamatte halt. Ich versuchte, gedanklich diese Muster komplett abzulegen, um einfach wahrnehmend-beobachtend zu schauen, was passiert. Meine bewusste Entscheidung dazu half mir, loszulassen. Generell stand während der Yoga-Praxis dieser Woche das Loslassen von Vorstellungen, wie etwas zu sein hat, ganz oben. Es war befreiend & wohltuend – und sehr entspannend.

Mein Resultat

Das Resultat meiner Woche ist: Reset gelungen. Ja, wirklich. Ich fühle mich um so vieles besser.  Meine kleinen gesundheitlichen Wehwehchen sind fast verschwunden. Ich schlafe sehr gut und wache morgens erholt auf. Ich fühle mich ausgeglichener und vor allem viel fröhlicher als zuvor. Ich kann mich besser konzentrieren und bin wieder belastbarer. Kreativität und neuer Entdecker-Geist beleben mich sehr.

Nach der Fastenzeit

Natürlich ist das Basenfasten, so wie ich es oben beschreibe und durchgeführt habe, nicht auf Dauer geeignet. Vor allem die Proteine, also gute Eiweissquellen würden fehlen. Trotzdem habe ich mich gefragt, was ich von meiner Basenwoche in den Alltag mitnehmen kann, um den Körper dauerhaft zu entlasten.

Ich habe mich entschieden, Kaffee und Alkohol so weit wie möglich zu reduzieren. Ich esse im Wesentlichen Obst und Gemüse und ergänze diese mit Eiern und Fisch. Am Wochenende gönne ich mir gutes, qualitativ hochwertiges Fleisch. Ich esse fortan glutenfrei. Das heisst, ich meide Getreide, die Gluten enthalten (vor allem Weizen, Dinkel und Roggen). Anstatt dessen wähle ich Buchweizen, Hirse und Quinoa. Auf Milchprodukte verzichte ich auch weitestgehend. Sollte mich die Lust auf Käse und Co packen, wähle ich bewusst Ziegen- oder Schafsmilchprodukte.

So wie es mir erhofft hatte, kamen die Antworten, wie ich mich künftig ernähren möchte, durch die neue Klarheit ganz leicht. Mein Bewegungsprogramm habe ich ebenfalls etwas angepasst. Meinen lang gehegten Wunsch, mein Kickbox-Training zu vertiefen, besiegelte ich zum Beispiel mit einem Vereins-Eintritt. Über diesen Schritt freue ich mich ganz besonders, zeigt es mir, dass ich nun genügend Mut habe, alte Begrenzungen aufzugeben. Eine Fastenkur ist eben nicht (nur) etwas um überflüssige Kilos loszuwerden, sondern auch geeignet, um alten Mental-Müll zu eliminieren.

Weitere mentale Veränderungen werde ich nach dem Fasten integrieren: ich möchte mir bewusst Zeit nehmen zum Essen, bewusst wahrnehmen und geniessen, dankbar sein für die Nahrung, die ich von Mutter Erde erhalte. Ich schätze den achtsamen und freudigen Umgang mit unseren Lebensmitteln, die wir bewusst und mit Liebe auswählen sollten.

Weitere Empfehlungen

Wer neugierig geworden ist, kann sich im Internet oder durch Bücher sehr gut zum Thema basenreiche Ernährung und Basenfasten informieren.

Sehr zu empfehlen ist folgende Internet-Seite: http://www.zentrum-der-gesundheit.de/tags/saeure-basen-haushalt

Alternativ gibt es das mittlerweile zum Klassiker in der Naturheilkunde gewordene Buch: „Gesundheit durch Entschlackung“ von Dr. Peter Jentschura. Wer es eher praktisch mag, kann sich gute Anregungen bei der Autorin Sabine Wacker einholen. Sie hat viele gute und leicht verständliche Bücher über das Basenfasten/über die basenreiche Ernährung geschrieben.

Dein Reset

Brauchst du ein Reset? Wenn ja, wie würde das aussehen? Was brauchst du, um wieder das Gefühl eines   gesunden und sinnvollen Lebens zu haben? Wie kannst du Ballast abwerfen und deine Akkus wieder aufladen, damit du wieder hundertprozentig „Du“ bist?

Ich unterstütze dich gern bezüglich einer geeigneten Kur oder Ernährungsumstellung und stelle sinnvolle Yoga-Übungspläne für dich zusammen.

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