2. Advent – Naschereien

Adventszeit ist Naschzeit. Uns verführen meist erfolgreich Plätzchen, Dominosteine und die dickbäuchigen Schokomänner in Rot. Pünktlich zu Neujahr starten wir dann mit Extrapfunden oder zumindest mit einem gewissen Völlegefühl ins neue Jahr. Muss das sein? Ich meine nein. Denn seitdem ich als ehemalige Extrem-Zuckersüchtige zu gesunden und dennoch süssen Alternativen greife, geht es mir besser und ich vermisse nichts.

Mit ein paar wenigen Veränderungen kannst auch du gesund und fit durch die Adventszeit kommen. Das Naschen muss dabei nicht unbedingt auf der Strecke bleiben, wenn du folgende Punkte dabei beherzigst:

1. Maßhalten
2. Iss das, was deine Oma essen würde
3. Mach es dir selber
4. Frische Luft gegen Zuckersucht-Stress
5. Zwei Kriminellen Hausverbot erteilen
6. Eat „Clean“
7. Geniesse hundertprozentig

Lies weiter unten, was ich genau mit den einzelnen Punkten meine.

Modernes Maßhalten oder iss wie deine Oma

Traditionell gesehen ist die Vorweihnachtszeit ähnlich wie die Zeit vor Ostern eine Fastenzeit. Durch Innehalten und eine gewisse Beschränkung bei der Nahrungsauswahl bereiteten sich früher die Menschen auf diese Festtage vor. Ein Gleichgewicht zwischen Enthaltsamkeit und Üppigkeit konnte dadurch hergestellt werden. Sicherlich waren frühere Generationen auch aufgrund der äusseren Umstände sparsamer und zur Kreativität gezwungen, weil man nicht immer zu jeder Zeit alles kaufen konnte. Süsses selbst herzustellen war oft weit günstiger als es zu kaufen. Unsere Vorfahren machten so aus der Not eine Tugend.

Heute können wir das freiwillige Meiden von Überfluss zu unserer Kür machen. Durch selbst gewähltes Maßhalten können wir auch heute, wo uns doch meist das ganze Jahr über alles zur Verfügung steht, der Maßlosigkeit entgegensteuern. Täglich Braten mit Knödeln, Schokolade, Kekse, Gummibärchen, Eiscreme und Torten sind nichts besonderes mehr. Machen wir sie wieder zum Luxus besonderer Tage wie zu Lebzeiten unserer Oma oder Ur-Oma.

Mach es dir selber

Es gibt eine ganze Menge leckerer und gesunder Alternativen des Advent-Naschens. Üblicherweise wachsen die aber nicht im Supermarktregal. Doch mit einfachen Zutaten und etwas Kreativität lassen sie sich schnell zubereiten.

Früher wurden in der kalten Jahreszeit gelagertes Obst und Nüsse gegessen. Daraus kann man wunderbare Leckereien zaubern. Selbst Gebackenes braucht glücklicherweise Zeit und Hingabe und reguliert damit automatisch die Quantität unserer Naschereien. Wir können nicht einfach die Packung aufreissen und uns die Kekse reinschieben. Ausserdem können wir beim Selber-Machen die Zutaten steuern, gesündere Alternativen wählen und zum Beispiel Zucker reduzieren.

Zutaten wie Mandeln, daraus hergestelltes Mandelmehl oder Mandelmus, gebackener Apfel, Datteln, gehackte Walnüsse, Pekannüsse oder Cashewkerne bereichern beispielsweise die Vorweihnachtsbäckerei. Wer es unbedingt süsser haben möchte, ergänzt diese Zutaten mit etwas Honig anstatt Zucker.

Auch Gewürze wie zum Beispiel Zimt, Ingwer und Kardamom dürfen in der kalten Jahreszeit nicht fehlen. Sie sind nicht nur lecker, sondern auch gesund. Sie wärmen uns von innen. Kardamom und Zimt schmecken ganz wunderbar zu Kaffee mit aufgeschäumter (Mandel)Milch. Heißer Ingwertee mit Zitrone stärkt die Abwehrkräfte und selbst ein grüner Smoothie am Morgen gewinnt an Raffinesse, wenn er mit Ingwer, Zimt, Vanille oder ähnlichem ergänzt wird.

Es lohnt sich auch, die gute heisse Schokolade wieder zu kultivieren. Reiner Kakao (ohne Zuckerzusatz) ist gesund. Er enthält natürlicherweise viel Eisen und Magnesium. Wir nehmen hierzu rohen Kakao und rühren diesen je nach gewünschter Geschmacksstärke teelöffelweise in unsere warme Milch (ich empfehle am Besten Mandelmilch zu nehmen).

Weitere tolle und gesunde Anregungen und Weihnachtsrezepte findest du zum Beispiel hier:

http://www.paleo360.de/produkt/die-35-besten-paleo-weihnachtsrezepte/

Frische Luft gegen Zuckersucht-Stress

Wir können es uns zur Regel machen, erst einmal vor die Tür zu gehen, bevor wir uns den süssen Dingen des Advents hingeben. Ganz einfach: erst raus – dann rein in den Mund.

Meistens sind wir in der kalten Jahreszeit viel zu selten draussen. Doch haben wir erst einmal die Schwelle der Haustür überwunden, können wir frische Luft atmen, mit unseren Blicken durch die Natur streifen und beobachten lernen. Oder wir geniessen im Freien die Stille und Dunkelheit eines späten Dezember-Nachmittags. Unsere Gedanken können sich beruhigen und der Stress lässt nach. Hatten wir vielleicht vorher das Gefühl, aus nervlicher Überlastung eine ganze Packung Spekulatius-Kekse essen zu müssen, reichen uns nun womöglich ein bis zwei Stück selbst gebackener Kekse zu einer guten Tasse heissem Tee, weil wir innerlich zur Ruhe gekommen sind.

Zwei Kriminellen Hausverbot erteilen

Am Besten kommen zwei Hauptverdächtige einer nicht wirklich zuträglichen Kost gar nicht mehr über die eigene Türschwelle. Diese sind namentlich bekannt unter „Zucker“ und „Weissmehl“. Rigoroser Hausverbot also für alle Nahrungsmittel mit hohem Zuckeranteil und Auszugsmehlen, insbesondere für helles Weizenmehl.

Es gibt bessere, gesündere Alternativen. Ich habe zum Beispiel festgestellt, dass man zum Backen sehr gut auch Buchweizenmehl oder Mandelmehl nehmen kann. Aus Mandelmehl lassen sich leckere Muffins herstellen. Crepes oder Waffeln aus Buchweizenmehl mit reinem Nussmuss sind auch sehr „yummy“.

Eat Clean – auch im Advent

Clean Eating ist einer der neueren Ernährungs-Trends aus Amerika. Ganz frei übersetzt bedeutet dies, keinerlei Industrie-Nahrung (mehr) zu sich zu nehmen. Also alles was aus Tüten, „Eimern“ und Verpackungen daherkommt ist im Grunde genommen nicht „clean“.

Vielmehr sind es die Grundlebensmittel wie Obst, Gemüse, Nüsse, Samen, Eier, Fisch und Fleisch in der jeweiligen Reinform und ohne größere Weiterverarbeitung. Clean Eating meint das Essen so „rein“,  sprich so natürlich wie möglich zu belassen.

Wenn wir es uns zur Grundregel machen, möglichst in diesem Sinne „rein“ zu essen, dann sind wir automatisch gezwungen, uns mehr mit den Nahrungsmitteln auseinander zu setzen. Selbst wenn wir naschen wollen, müssen wir dies bewusst und mit Vorbereitungs- beziehungsweise Zubereitungs-Zeit tun.

Für mich ist der Gedanke des Clean Eatings die beste Regulation in Richtung einer gesunden und bewussten Ernährungsform. Wenn wir diesem Anspruch versuchen gerecht zu werden, stellen wir uns auch einem übermäßigem Essen bewusst entgegen, da nicht immer alles zu jeder Zeit wie im Supermarkt-Regal verfügbar ist.

Genuss zu Hundertprozent

Nach einer gewissen Zeit der Umstellung wirst du feststellen, dass du nicht nur anders essen wirst, sondern das Lebensmittel ein erfrischend neues Erlebnis sein können. Du schmeckst alles anders, intensiver und sinnlicher. Es entsteht ganz von selbst mehr Wertschätzung unserer Nahrung gegenüber. Durch den neuen Respekt unseren Grundnahrungsmitteln gegenüber verschwindet unbewusster Überkonsum.

Der Genuss von & die Dankbarkeit für frische, unverarbeitete Lebensmittel gewinnt nach und nach die Oberhand. Und das fühlt sich fantastisch gut an. Und es ist für Mensch und Umwelt zuträglicher.

Last but not least werden mit Hilfe der oben genannten Massnahmen die Abwehrkräfte durch eine Flut gesunder Nährstoffe gestärkt, was in der kalten Zeit des Advents auch nicht an Bedeutung zu unterschätzen ist. Gesund und munter kannst du in allem weiterhin Hunderprozent geben. Beim Training, beim Essen und beim Leben. Ich wünsche dir in diesem Sinne einen schönen 2. Advent.

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