Sich Aufrichten lassen

Heute ist Karfreitag. Ein Tag der Stille, des Gebets und der Innenkehr. Dieser Tag bietet uns an, über vieles nachzudenken. Zum Beispiel darüber: „Wer sind wir? Und was ist das Wesentliche in unserem Leben?“ Karfreitag ist der Tag des Kreuzes. Für viele Menschen auf der ganzen Welt steht es für die Leiden und den Tod Christi. Es steht symbolhaft auch für das Leid und Elend der Welt.

Wenn wir hier aber innerlich stehen bleiben, reduzieren wir wohl zu unrecht das unglaubliche Wirken dieses aussergewöhnlichen Mannes aus Nazareth, der am Kreuz stirbt. Denn sein Kreuz steht nicht nur für Leid und Tod, sondern er schenkt uns damit neues Leben, Sieg, Auferstehung und Triumph über den Tod. Er hat stellvertretend durch sein Leiden die gesamte Schöpfung erlöst. Denn er war nicht nur Mensch, sondern auch Gottes Sohn. Das feiern wir an Ostern. Es ist das Fest des Lichtes, der Auferstehung und des Lebens. Das Kreuz wird durch Ostern zum Zeichen des Lebens und des Lichts.

Die Sehnsucht nach Licht und Liebe ist uns allen und der gesamten Schöpfung gegeben. Doch dürfen wir daraufhin nicht die Schattenseiten ignorieren. Leid und Tod sind Realitäten, vor denen wir nicht die Augen verschliessen sollten. Im Gegenteil. An Tagen wie diesen können wir uns weit öffnen und uns erreichen lassen vom Leiden, Sterben-Müssen und vom Tod. Das dies nicht das Ende sein muss, ist eine spirituelle Dimension, die auf Glauben und Hoffnung gründet. Diese Tugenden gilt es zu pflegen: Glaube – Hoffnung – und  vor allem Liebe.

Egal ob und wie gläubig du bist – Vielleicht magst du heute einmal über ein paar grundlegende Aspekte reflektieren. Stell dir einmal in Ruhe folgende Fragen und mach dir, wenn du magst,  sogar ein paar Notizen dazu:

  • Welche Vorstellung hast du davon, woher du kommst?
  • Welche Vorstellung hast du davon, wohin du gehst, wenn du stirbst?
  • Gibt es eine höhere Aufgabe, die es von dir hier zu erfüllen gibt?
  • Hast du schon einmal darüber nachgedacht, wer oder was dich atmet?
  • Glaubst du an Wunder? Oder hast du schon mal eins erlebt?

Gebet & Meditation

In einer lauten, hektischen Welt brauchen wir als natürlichen Gegenpol die Stille. Und viel zu oft muss alles immer schnell gehen. Im Gebet und in der Meditation haben wir Raum und die Möglichkeit der Langsamkeit und des Gewahr-werdens. Beides ist eine Form der inneren Stille, die wir uns schaffen können.

Praying is to ask for

Im Gebet haben wir die Möglichkeit, laut oder nur innerlich Fragen zu stellen. Wir können das, was uns bislang unklar war und ohne Antwort blieb, ins innere Gespräch geben. Beten kann jeder. Wenn es nicht deiner Weltanschauung oder deinem Glauben entspricht, hier einen (persönlichen) Gott anzusprechen, sieh es als Dialog mit deiner inneren Stimme. Richte deine Fragen an deine innere Stimme oder an Gott, ganz wie du magst. In der Stille werden Antworten kommen. Versprochen.

Meditation is listening

Im Anschluss an das Gebet gilt es, innerlich ganz still zu werden. Dabei ist es ferner wichtig, die Stimme der eigenen Wunschvorstellungen auszuschalten. In der Meditation lernen wir zu unterscheiden: Was kommt von meinem „kleinen Ich“, welches egozentrisch und kurzsichtig ist? Und was kommt aus einer tieferen Einsicht heraus, vom grossen Ich, welches weitsichtig, umsichtig und ganzheitlicher ist?

Die Fähigkeit der Unterscheidung ist Grundbedingung, die innere Stimme (oder die Stimme Gottes) zu finden und zu verstehen. Dies lernt man, je tiefer man sich in einen meditativen Zustand begeben und das recht rationale Denken ausschalten kann.

Lass dich aufrichten zum Leben

Vielleicht haben wir in einer modernen, technisierten und unabhängigen Welt zumeist das Gefühl, wir müssten alles aus uns selbst heraus schaffen. Ja, na klar können wir das Meiste allein stemmen. In vielen Fällen besteht da überhaupt kein Zweifel. Wir müssen es aber nicht. Wie wichtig und wie schön ist es doch, sich auch einmal anzuvertrauen, sich geborgen zu wissen von einer Kraft, die mich trägt, unterstützt und die mich liebt und um so vieles grösser ist als ich selbst?!

An Ostern geht es um Aufrichtung zum Leben. Um Auferstehung. Lass dich mit hineinnehmen in die Liebe und Gnade Gottes durch alles Dunkle hindurch in seinen Glanz, in sein Licht. Einhundertprozentig.

 Ich wünsche dir gesegnete Oster-Feiertage!

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